Nina Lehmann / Boris Reifschneider
Fesseln spürt, wer sich bewegt
4.6 WERTVOLLE JAHRE von Thomas Carle (1989/90)  

Die Entstehung des Films und die Absichten der Filmemacher:

Der Film WERTVOLLE JAHRE, produziert von Thomas Carle, ist im Rahmen des "Kleinen Fernsehspiels" des ZDF entstanden. Thomas Carle, der zusammen mit Gruscha Rode Regie geführt hat, begleitete den Protest gegen die Startbahn 18 West schon seit Beginn der Auseinandersetzungen mit seiner Super-8-Kamera. Sein erster Startbahn-Film über die Bewohner des Hüttendorfs FESSELN SPÜRT, WER SICH BEWEGT stammt aus dem Jahr 1982. Er hat als Bewohner des Rhein-Main-Gebietes und als Filmemacher den Konflikt hautnah miterlebt. Gegenüber der TAZ erklärte Thomas Carle die Beweggründe für das Filmprojekt so:

"Die Schüsse vom 2. November 1987....haben den Blick auf die Vorgeschichte verstellt. Wir versuchen mit unserem Film eine Entwicklung aufzuzeigen, an deren Ende die Ermordung der beiden Polizisten steht."

Thomas Carle im Interview mit Friedrich Frey in der TAZ vom 28.5.90

Die beiden Filmemacher sind die einzigen, die die Courage hatten, nach den Schüssen auf der Demonstration anläßlich des 6. Jahrestages der Hüttendorfräumung Filme über die "Anti-Startbahn Bewegung" zu drehen. Es geht es nicht darum, die Tat zu rekonstruieren, sondern darum, zu zeigen, wie sich die Mitglieder einer Protestbewegung im Laufe der Zeit durch ihre Erlebnisse mit Politikern und Polizei veränderten.

 
  
DIF, 3.4.2000  
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