Nina Lehmann / Boris Reifschneider
Fesseln spürt, wer sich bewegt
5.0 Fazit der Arbeit  

Die 80er Jahre haben wir beide miterlebt - wenn auch mit einem Unterschied von sechs Jahren. Während die eine 1969 geboren ist, und ihre Jugend in den 80ern erlebt hat, fällt die späte Kindheit des anderen, Jahrgang 1975, in diese Zeit. Wir sind von diesem Jahrzehnt und seinen besonderen politischen Gegebenheiten geprägt. Für uns beide bedeutete das in erster Linie, mitzuerleben, wie große Teile der Bevölkerung an basisdemokratischen Bewegungen wie der Ökologie-, Friedens- und Frauenbewegung teilgenommen haben.

Im Gegensatz dazu prägen diese Bewegungen heute nicht mehr das gesellschaftliche Leben, haben nicht mehr die politische Sprengkraft, die sie früher in der Öffentlichkeit hatten. Obwohl diese sozialen Bewegungen zahlenmäßig groß waren, besaßen sie nicht die Ressourcen und die konkrete politische Macht, um ihre politischen Ziele auf parlamentarischem Wege durchzusetzen. Trotzdem haben ihre vielfältigen Aktionsformen und Diskussionen das Leben in den 80ern beeinflußt und sind für uns wichtige Erinnerungen an diese Zeit geblieben. Unserer Ansicht nach ist es heute nicht mehr möglich, eine breite Gegenöffentlichkeit zu schaffen, in der sich viele Leute aus ganz unterschiedlichen Bevölkerungsteilen für ihre gemeinsamen politischen Ziele einsetzen, so wie das in den 80ern der Fall war. Eine der damaligen Auseinandersetzungen, die um die Startbahn West, wurde im Rhein-Main Gebiet geführt. Für uns, die wir in dieser Region leben, bot sich die Beschäftigung mit den Filmen der Startbahnbewegung als Beispiel für andere Protestbewegungen in den 80er Jahren an.

 
 
   
DIF, 3.4.2000    
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