Renate Jost
Grenzenlose Freiheit - begrenztes Leben

3. ‘Realitätsbezogene’ Jugendfilme

Diese Filme lassen sich auf die vorgefundene Wirklichkeit der 70er Jahre in der BRD ein, ihre Themen haben engen Bezug zu Erfahrungen der Regisseure mit der Alltagswelt: Kleine Geschichten aus Deutschland, die vom Land über die Kleinstadt in die Großstadt führen. In ihnen drückt sich oft eine resignative Stimmung unter den Jugendlichen aus, die sich auf dem Weg vom Dorf in die Stadt verstärkt. Während Andy in SCHLUCHTENFLITZER noch den Wunsch "Ich möcht frei sein, weißt, richtig frei" äußert, stellt sich für DIE ABFAHRER die Frage: „Wie das weitergehen soll, überhaupt weitergehen soll?". Jimmy in DAS ENDE DES REGENBOGENS sieht vollends einer hoffnungslosen Zukunft entgegen: "Wenn ich an meine Zukunft denke, krieg ich ‘nen Horror." Alle Figuren sind ‘Außenseiter’ aus verschiedenen Milieus auf der Suche nach Identität, Anerkennung und Geborgenheit im sozialen Umfeld und in Beziehungen, auf der Suche nach einer Perspektive im gesellschaftlichen Gefüge.

Wie viele Filme der 70er Jahre verweigern die ‘realitätsbezogenen’ Jugendfilme das Anbieten einer Lösungsstrategie. Sie enden offen. Statt dessen bieten sie Einblicke in jugendliche Lebenswelten, die im Spannungsverhältnis von Abgrenzung und Anpassung stehen. Dies drückt sich in den facettenreichen Jugendkulturen aus und bildet den Inhalt der Filmanalyse.

 
 

Material:
Auszüge von Interviews mit den Regisseuren

DIF, 3.4.2000  

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