Renate Jost
Grenzenlose Freiheit - begrenztes Leben

3.1 SCHLUCHTENFLITZER: Andys Lebensentwurf

SCHLUCHTENFLITZER, Rüdiger Nüchtern, BRD 1979

In der Figur Andy entwickelt Nüchtern den mühevollen Weg der Identitätssuche eines Jugendlichen auf dem Lande, der sich sowohl vom elterlichen Lebensentwurf als auch von dem traditionellen Leben im Dorf abzugrenzen versucht. Andy will ‘was vom Leben haben’ und nicht an einen Bauernhof gebunden sein, deshalb sucht er nach Alternativen.

Seine Ausbildung als Schreiner wählt Andy aus Mangel an anderen Möglichkeiten. Weder sein Vater, noch sein Meister trauen ihm eine besondere Begabung zu. Dieser Beruf ist mit geregelten Arbeitszeiten verbunden, während man in der Landwirtschaft "mit den Viechern echt angebunden ist." Über die Ausbildung bekommt er Einblick in die Welt des Luxus. Während der Arbeit in einem Neubau läuft Andy mit vor Staunen offenem Mund durch die Räume des Hauses, legt sich in die gerade eingebaute Badewanne und träumt vor sich hin, bis ihn die Stimme des Meisters wieder mit der Realität konfrontiert.

Die Ausbruchsversuche Andys zeigt Nüchtern in spezifischen Szenen, im Kontakt zur Stadt; zu schwarzen Amerikanern; zu Frauen, die nicht aus dem Dorf sind; und zur Welt des Konsums.

 
 

 

DIF, 3.4.2000  

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