Dirk Loew
Die Karl-May- und Edgar-Wallace-Filme

WINNETOU I. Harald Reinl, BRD/Jugoslawien/Frankreich 1963

WINNETOU I. Harald Reinl, BRD/Jugoslawien/Frankreich 1963

 

2.2. Motive und Struktur der Romane Karl Mays

Was aber macht die Popularität der Werke auch noch für die Leser späterer Generationen aus, da die Exotik der Reisebeschreibung Pauschalurlauber nicht mehr gefangen nehmen kann? Zwei immer wiederkehrende inhaltlich-philosophische Motive der Romane scheinen von dauerhafter Attraktivität zu sein:

1. Der bei May propagierte Gedanke der Humanität (oft zur christlichen "Nächstenliebe" verbrämt).
2. Das Motiv der "Freundschaft" (offensichtlich: Kara Ben Nemsi und Halef, und natürlich Winnetou und Shatterhand).


Darüber hinaus lassen sich außerdem noch fünf immer wiederkehrende, literarische Motive/Strukturelemente in den Romanen feststellen:

1. Der Ich-Erzähler. Dieser Erzähler ist mit dem Held der Geschichte identisch.
2. Die exotische Ferne der Handlungsorte.
3. Die klar voneinander getrennten Elemente "Gut" und "Böse", vertreten durch eindeutig charakterisierte Protagonisten oder ein bestimmtes Figurenensemble.
4. Ein die Handlung vorantreibendes "Rätsel" oder "Geheimnis", das von dem Helden und seinen Freunden im Laufe der diversen Erlebnisse gelöst werden wird.
5. Der Sieg des/der Guten über das/die Böse(n), bzw. die Überwindung einer unheilvollen Vergangenheit.[1]
 
[1] Arnold, 1987. S.5.
DIF, 3.4.2000
 
 
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