Dirk Loew
Die Karl-May- und Edgar-Wallace-Filme

DER FROSCH MIT DER MASKE, Alfred Vohrer, Dänemark 1959

4.2. Struktur

Fixpunkt für das Publikum war stets der jugendliche Inspektor, der zum Schluß die Heldin ehelichen durfte. Die Geschichte bot nämlich sonst keinerlei Anhaltspunkte, ihre Handlung sollte immer verwirrend und undurchschaubar sein, nicht nur für die Protagonisten, sonder eben auch für das Publikum. Dieses Täuschen des Zuschauers, das Spiel mit dem Gruseln, der auf einer allgemeinen Undurchschaubarkeit der filmischen Welt basiert, war eine der Hauptattraktionen der Serie. Spielorte waren dann dementsprechend das neblig-schauerliche London oder sonstige äußerst britisch-unheimlich anmutenden Plätze, an denen sich allerhand Überraschendes ereignen konnte: Schlösser, Parks, Verließe, Friedhöfe etc. Die Elemente des Schauerfilms waren ebenso zahlreich: Falltüren, doppelte Wände, Böden, Decken, und seltsame Waffen wie Peitschen, seltene Gifte, Harpunen, Pfeile, Dolche, Halstücher, Gas etc. Das Böse war stets verkleidet, unkenntlich, maskiert, auch hier boten die Filme einiges: Mönche in Kutten, Männer als Frösche, Mörder in Taucheranzügen. Das einmal gefundene Erfolgsrezept wurde von den Autoren und Produzenten nicht verändert.

 

DIF, 3.4.2000
 
 

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