Inga Meißner
Die neunziger Jahre

OSTKREUZ

OSTKREUZ, Michael Klier, BRD 1991

Ein Blick ins Containerlager. Die Trostlosigkeit der Bilder macht die Hoffnungslosigkeit der Figuren besser nachvollziehbar.

Der Film zeigt die Schwierigkeit, neue Ziele zu finden. Nach der Flucht in den Westen stellt sich das Leben dort für Elfie und ihre Mutter als genauso trübselig dar, wie zuvor in der DDR. In der Kulisse von Berlin kurz nach der Wende wird das realistische Bild einiger Personen gezeichnet, die von den politischen Veränderungen, - Deutschland nach der Wende -, voll betroffen sind.

Die vierzehnjährige Elfie und ihre Mutter wohnen in einem Containerlager in Berlin. Noch vor der Wende sind sie geflüchtet, und nun leben sie in der Stadt mit offenen Grenzen. Ihre Mutter findet keine Arbeit und kann daher auch nicht das Geld verdienen, um in eine Wohnung zu ziehen. Also beschließt Elfie, das Geld für eine Kaution (3000 DM) aufzutreiben. Sie trifft auf den Kleinganoven Darius, der sie "engagiert": durch ihre Hilfe bei Geldwäsche und Schmuggelgeschäften kann sie einen Teil der Kaution verdienen. Derweil streitet sie sich immer häufiger mit ihrer Mutter. Darius läßt sie in einer gefährlichen Situation sitzen. Später denunziert sie ihn bei der Polizei. Nachdem Elfie das Meißener Porzellan ihres Großvaters versetzt hat, ist endlich die Summe zusammen. Doch zwischen der Mutter mit ihrem neuen Lebensgefährten und Elfie verläuft eine neue Art von Mauer. Sie zieht es vor, mit dem obdachlosen Jungen Edmund, der von seinen Eltern noch vor der Wende verlassen wurde, zusammenzuleben.

 
  
DIF, 3.4.2000   

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