Francisco Blas Reyes / Marta Muñoz Aunión
2. Pepe vente a Alemania 
PEPE VENTE A ALEMANA, Pedro Lazaga, Spanien 1970/71

2. Moral, Sitten und sexuelle Freiheit

Eine große Anziehung auf den spanischen Mann übt die sexuelle Freiheit aus, die er mit Deutschland verbindet. Im Dorf wird alles, was mit Sex zu tun hat, von dem Priester zensiert. Sex ist unsittlich. Sex ist sündhaft. Der spanische Mann ist insgeheim jedoch nicht dieser Meinung, und Angelino überzeugt die zukünftigen Emigranten von der Freizügigkeit deutscher Frauen, die jederzeit zu Sex bereit seien. Der Film zeigt das Klischee des spanisches Mannes, des Macho, der zwanghaft auf Sex fixiert ist. Im Dorf aber wird der Sex unterdrückt.

 
PEPE VENTE A ALEMANA, Pedro Lazaga, Spanien 1970/71

Als Pepe sich in Deutschland befindet, sucht er deswegen nicht nur nach einer Arbeit, sondern auch nach deutschen Frauen für sexuelle Abenteuer. Seine Versuche, Beziehungen zu deutschen Frauen zu knüpfen, verlaufen katastrophal und enden nie im Bett. Seine Machorolle wird durch verschiedene Ereignisse entkräftet. Bei seinen deutschen Nachbarinnen aus der Pension zum Beispiel versagt Pepe, weil er nach der Arbeit zu müde ist und keine Lust mehr hat. Er scheitert - und mit ihm das spanische Macho-Stereotyp. Seine übermäßige Körperbehaarung verhindert sein nächstes mögliches Abenteuer, und Pepe endet in einem Kaufhaus als lächerliches Mannequin für ein Enthaarungsmittel. Diese Ereignisse haben auch Einfluß auf seine Rückkehr.

 
   
DIF, 3.4.2000    

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