Claudia Dillmann, Rudolf Worschech
Neuer Deutscher Film

2. Abrechnung mit dem Film der 50er Jahre

Am Beginn der Reihe dieser Streitschriften, die jeweils auch den aktuellen Stand der Diskussion wiedergeben und so gelesen selbst zur historisch auswertbaren Quelle werden, stehen 1961, also noch vor dem Oberhausener Manifest von 1962, die Abrechnung mit dem Film der 50er Jahre: Joe Hembus' "Der deutsche Film kann gar nicht besser sein" und Walther Schmiedings "Kunst oder Kasse. Der Ärger mit dem deutschen Film". Beide Publikationen analysieren die Entwicklung des westzonalen und bundesdeutschen Films seit 1945 und dessen Zustand vor dem Hintergrund der internationalen Entwicklung. Ihr polemischer Grundton ergibt sich aus der Konfrontation der Meisterwerke ausländischer Kinematographien mit dem Unvermögen deutscher Regisseure, deutsche Gegenwart und Vergangenheit adäquat darzustellen und zu reflektieren. Die Auseinandersetzung mit jenen bundesdeutschen Filmen, die den Nationalsozialismus thematisieren, bildet den Kern beider Publikationen, welche den Filmen "Stilisierung der Vergangenheit zum Nachweis kollektiver Unschuld und stumm erduldeten Leids" (Schmieding) vehement vorwerfen.

 
  
 

 

DIF, 15.8.2000  

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