Briefträger Müller
BRD 1953
John Reinhardt,
Heinz Rühmann

Drehbuch
Eberhard Keindorff, Johanna Sibelius
(nach einer Novelle von Ernst Neubach)

Kamera
Herbert Geier, Kurt Schulz

Bauten
Willy A. Herrmann, Heinrich Weidemann

Schnitt
Erich Palme

Ton
Oskar Haarbrandt

Musik
Friedrich Schröder

Darsteller
Heinz Rühmann (Titus Müller), Heli Finkenzeller (Charlotte, seine Frau), Gisela Mayen (Mieze, 18 Jahre), Wolfgang Condrus (Günther, 12 Jahre), Rainer Gröbel (Karl-Heinz, 11/2 Jahre), Susanne v. Almassy (Mira Belle, Operettendiva), Harald Paulsen (Bertram, Sekretät)

Produktionsfirma
Berolina-Film GmbH, Berlin

Produzent
Kurt Ulrich

Produktionsleitung
Erich Holder, Karl Mitschke

Erstverleih
Herzog-Film GmbH, München

Format
35mm, 1:1,37, Agfacolor

Prüfung
102 min., 2804 m / 96 min., 2631 m
06676, 25.09.1953, jugendgeeignet, nff.

Uraufführung
01.10.1953, Stuttgart (Universum)

Quellen
siehe allgemeiner Hinweis

Zusammenstellung CK, 09.03.00

Materialien

Projektseiten: Kathrin Linne

Neue Cannstatter Zeitung, 3.10.1953 (14kb, PDF-Datei)

Holsteinische Kurier, 14.3.1956 (15kb, PDF-Datei)

Die neue Zeitung, Berliner Ausgabe (Berlin West-Sektor), 3.10.1953 (21kb, PDF-Datei)

Inhalt
In einem verträumten sonnenverwöhnten Fachwerkstädtchen verrichtet Briefträger Titus Müller täglich seinen Dienst. Nach getaner Arbeit kommt er stets müde aber glücklich nach Hause. Dort wartet in einem kleinen Häuschen mit Garten, bereits die liebe Familie mit dem Abendessen auf ihn. Ein Brief der reichen Erbtante aus Italien bringt jedoch diese kleine heile Welt des Briefträgers durcheinander. Sofort beginnen Müllers von einem Leben als reiche Erben zu träumen: von dem lang entbehrten Badezimmer, Brautkleid und Pelzmantel, neuem Fahrrad und und und... Als die Tante stirbt, erbt Briefträger Müller ihre Hündin, über deren Geld er, solange diese lebt, frei verfügen kann. Schnell ist alle Bescheidenheit vergessen, und anstelle eines neuen Badezimmers wird eilig das Schloß der Tante neu eingerichtet und sofort bezogen. Man gibt sich nicht mehr mit Kleinigkeiten zufrieden und lebt fortan zwischen moderner Kunst, Stofftapeten und einem Heer von Angestellten, trägt täglich Sonntagskleidung, engagiert eine französische Gouvernante, spielt auf der Terrasse Tischtennis und tut auch sonst alles, was die Reichen nach Meinung der Müllers so zu tun pflegen. Der kleine Briefträger ist mittlerweile zum vielbeschäftigten Verwalter von Firmen und Fabriken geworden, einer fragwürdigen Partei beigetreten und verbringt mehr Zeit mit Sängerin Mirabella als mit der eigenen Familie. Als er schließlich erkennt, daß sein Leben in eine falsche Richtung läuft, ist es bereits zu spät: Seine Frau ist mit den Kindern ausgezogen. Als die Erbhündin wenige Stunden später, bei der Geburt ihrer Welpen stirbt, besitzt Müller, abgesehen von einem winzigen Hundebaby, keinen Pfennig mehr.

Einsam und verlassen sitzt der verarmte Millionär wenig später in seinem inzwischen verwilderten Häuschen, als ein Heilsarmist ihn aufsucht und ihn bittet, sich anzusehen, was aus jenem Scheck geworden ist, den Müller, wenige Monate zuvor, im Champagnerrausch gespendet hatte. Der Weg führt zur ‘Titus Müller Stiftung’, zu deren Einweihung an diesem Tag auch seine Frau erschienen ist, um dem reuigen Sünder verzeihend die Hand zu reichen.

Von nun an trägt Briefträger Müller wieder täglich die Post aus und lebt glücklich und zufrieden wie zuvor.