Tätowierung
BRD 1967
Johannes Schaaf

Drehbuch
Günter Herburger, Johannes Schaaf

Kamera
Wolf Wirth

Ausstattung
Götz Heymann

Schnitt
Dagmar Hirtz

Ton
Haymo Henry Heyder

Musik
George Gruntz

Darsteller
Helga Anders (Gaby), Christoph Wackernagel (Benno), Rosemarie Fendel (Frau Lohmann), Alexander May (Herr Lohmann), Tilo von Berlepsch (Lohmanns Bruder), Heinz Meier (Sigi), Heinz Schubert (Auktionator), Wolfgang Schnell (Simon)

Produktionsfirma
Houwer-Film, Film und Fernsehproduktion, München und Berlin

Produzent
Rob Houwer

Produktionsleitung
Jürgen Dohme

Erstverleih
Eckelkamp

Format
35mm, 1:1,66, Eastmancolor

Prüfung
86 min., 2365m
37845, 26.06.1967, ab 16, ff.

Prädikat
besonders wertvoll

Preise
Deutscher Filmpreis 1967: Filmband in Gold für einen abendfüllenden Spielfilm, für die beste Regie (an Johannes Schaaf), für den besten Hauptdarsteller (an Alexander May)

Uraufführung
27.06.1967, Berlin (Internationale Filmfestspiele)

Quellen
siehe allgemeiner Hinweis

Zusammenstellung CK 10.03.00

Materialien

Projektseiten: Florian Vollmers

Hamburger Abendblatt, 28.6.1967, (51KB, PDF-Datei)

Süddeutsche Zeitung, 30.6.1967 , (130KB, PDF-Datei)

Tagesspiegel (Berlin), 2.7.1967, (64KB, PDF-Datei)

Inhalt
Der Jugendliche Benno wird in einem Jugendhof von einer Horde Jungs verfolgt. Sie holen ihn ein, doch bevor sie ihn mit einem Bohrer ernsthaft verletzen können, kommt eine Aufsicht dazwischen. Benno hat eine Waffe gestohlen, die sie nun vergeblich aus ihm herauszupressen versuchen. Kurz darauf wird Benno vom Ehepaar Lohmann adoptiert. Sein zukünftiger Vater holt ihn ab und weist ihn sogleich in seine neue Umgebung ein. Mit zur Familie gehören außer dem Vater noch Frau Lohmann und die Adoptivtochter Gaby. Lohmann betreibt eine kleine Mosaikfabrik in der Nähe der Berliner Mauer. Benno beginnt eine Lehre als Koch. In seinem neuen Zuhause fühlt er sich immer unwohler. Die demonstrative Milde und das aufgesetzte Verständnis seiner neuen Eltern sind ihm zuwider. Wie nebenbei versucht Lohmann, ihm deutsche Geschichte, bürgerliche Verhaltensregeln und Moralverständnis beizubringen. Benno blockt ab und fühlt sich eher zur Welt des Kleinkriminellen Sigi hingezogen, der ihm sein Motorrad aufmotzt und ihn mit ins Autokino nimmt. Lohmann begehrt seine Adoptivtochter, die jede Gelegenheit nutzt, durch provokatives Auftreten die Aufmerksamkeit der Männerwelt auf sich zu ziehen. Als Benno seinen Job schmeißt, gibt ihm der Bruder Lohmanns eine Chance in seinem Teppichgeschäft. Doch Bennos unpassendes Verhalten auf einer Auktion und das Stehlen eines Teppichs kostet ihn auch diese Arbeitsstelle. Lohmann unternimmt mit Gaby und Benno einen Ausflug an die Berliner Mauer, die von Touristen aus aller Welt bestaunt und abfotografiert wird. In der kommenden Nacht schlafen Gaby und Benno miteinander – unter lächelnder Billigung der Eltern. Am nächsten Morgen herrscht ausgelassene Stimmung in der Familie, doch Lohmann kann nicht von seinen belehrenden Sprüchen lassen. Gaby sagt Benno, daß sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wolle. Traurig rennt Benno zum Jugendhof, wo er jedoch erneut als Außenseiter behandelt wird. Er kehrt zurück nach Hause. Kurz danach unternimmt die Familie einen Frühlingsspaziergang bei herrlichstem Wetter. Der Vater rezitiert klassische Gedichte, Gaby läßt sich von einem jungen Mann im Auto mitnehmen. Da erschießt Benno völlig unvobereitet seinen Vater mit der gestohlenen Waffe und rennt davon. In einer leeren Schwimmhalle tollt er im Wassser herum, bis die Polizei ankommt, um ihn festzunehmen.